Dienstag, 5. Mai 2026

Cyberbetrug hat viele Gesichter: Warum Phishing nicht nur per E-Mail passiert

Cyberbetrug hat viele Gesichter: Warum Phishing nicht nur per E-Mail passiert

Beim Stichwort Cyberbetrug denken viele zuerst an Phishing-Mails oder gefälschte Online-Shops. Doch diese Sicht greift zu kurz. Internetkriminelle nutzen längst alle verfügbaren Kommunikationskanäle, um an Daten zu gelangen oder ihre Opfer zu schädigen.

Das bedeutet: Die Gefahr kommt nicht nur per E-Mail – sondern auch per Brief, Telefon, SMS oder sogar über QR-Codes.

Cyberbetrug nutzt heute alle Kommunikationskanäle – wer nur auf E-Mails achtet, übersieht einen Großteil der Angriffe


Cyberbetrug erfolgt heute über alle Kommunikationskanäle – nicht nur per E-Mail.

Phishing ist häufig – aber nicht das einzige Problem

Phishing-Mails gehören zu den häufigsten Angriffsmethoden. Laut aktuellen Berichten der EU-Agentur für Cybersicherheit (ENISA) machen sie einen großen Anteil der Cyberangriffe aus.

Doch ein wichtiger Punkt wird oft übersehen: Nicht jede Betrugsmail zielt darauf ab, Passwörter zu stehlen. Viele Angriffe verfolgen andere Ziele – etwa Erpressung oder die Vorbereitung weiterer Angriffe.

Sextortion: Erpressung ohne echte Grundlage

Eine verbreitete Betrugsmasche ist sogenannte „Sextortion“. Dabei behaupten Täter, sie hätten kompromittierende Bilder oder Videos eines Opfers. Anschließend fordern sie Geld, um eine angebliche Veröffentlichung zu verhindern.

In den meisten Fällen handelt es sich um Massenmails ohne realen Hintergrund. Trotzdem wirken sie, weil sie gezielt mit Angst arbeiten. Besonders kritisch: Solche Nachrichten erreichen auch Firmenpostfächer und damit Mitarbeitende im beruflichen Umfeld.

Cyberbetrug funktioniert auch per Brief und QR-Code

Viele gehen davon aus, dass klassische Kommunikationswege sicherer sind. Genau das nutzen Angreifer aus.

Auch Briefe oder Faxnachrichten können Teil eines Cyberangriffs sein. Häufig enthalten sie:

  • QR-Codes
  • Webadressen
  • Aufforderungen zur Kontaktaufnahme

Der eigentliche Angriff findet dann online statt – etwa über gefälschte Webseiten oder Schadsoftware. Der Brief ist nur der Einstieg.

Gerade weil diese Kommunikationswege „vertrauenswürdig“ wirken, funktionieren solche Angriffe besonders gut.

Telefonbetrug wird durch KI immer glaubwürdiger

Auch Telefonanrufe sind längst Teil moderner Cyberangriffe. Täter versuchen, ihre Opfer dazu zu bringen, vertrauliche Informationen preiszugeben oder bestimmte Aktionen auszuführen.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Weitergabe von Einmalpasswörtern
  • Freigabe von Transaktionen
  • Kauf von Gutscheinen und Weitergabe der Codes

Besonders kritisch wird es durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Stimmen können heute täuschend echt imitiert werden. Dadurch wirken Anrufe vermeintlich vertrauter Personen plötzlich glaubwürdig – etwa von Kolleginnen, Vorgesetzten oder Bankmitarbeitern.

Warum Cyberbetrug für Unternehmen besonders gefährlich ist

Die Methoden lassen sich leicht an berufliche Situationen anpassen. Mitarbeitende werden gezielt angesprochen, unter Druck gesetzt oder in Stresssituationen manipuliert.

Das Problem ist dabei selten die Technik. Es ist die Reaktion im Moment der Unsicherheit.

Genau deshalb ist Awareness ein zentraler Bestandteil der Informationssicherheit. Passend dazu lesen Sie auch unseren Beitrag Warum Awareness mehr ist als „Klick und weiter“.

Was Sie konkret tun sollten

Die wichtigste Maßnahme ist nicht ein einzelnes Tool – sondern die richtige Haltung:

  • Skeptisch bleiben – auf allen Kanälen
  • Keine sensiblen Daten leichtfertig weitergeben
  • Verdächtige Nachrichten nicht beantworten
  • Beweise sichern und Vorfälle dokumentieren
  • Vorfälle intern melden

Bei Erpressungsversuchen gilt zusätzlich: Ruhe bewahren und nicht zahlen. In den meisten Fällen existieren die behaupteten Daten gar nicht.

Fazit: Cyberbetrug ist kein E-Mail-Problem

Cyberbetrug findet heute überall statt – per E-Mail, Telefon, Brief, SMS oder QR-Code. Wer sich nur auf einen Kanal konzentriert, übersieht einen großen Teil des Risikos.

Die eigentliche Herausforderung ist deshalb nicht die einzelne Angriffsmethode, sondern die Fähigkeit, Angriffe unabhängig vom Kanal zu erkennen.

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