Dienstag, 27. Januar 2026

Europäischer Datenschutztag 2026

Europäischer Datenschutztag 2026

Warum Datenschutz heute Voraussetzung ist, um überhaupt noch mitzuspielen


Das Goldene Ticket


Europäischer Datenschutztag

Am Mittwoch, den 28. Januar 2026, findet der Europäische Datenschutztag statt. Ein guter Anlass, um innezuhalten und klar auszusprechen, was sich in den letzten Jahren deutlich verändert hat: Datenschutz ist kein Randthema mehr. Die Einhaltung der EU-DSGVO entscheidet heute darüber, ob Unternehmen überhaupt noch als Partner, Lieferant oder Dienstleister infrage kommen.

Datenschutz ist längst ein Wettbewerbsfaktor

In besonders sensiblen Bereichen wie der Gesundheits- und Pflegebranche war Datenschutz schon immer geschäftskritisch. Wer mit Patienten-, Klienten- oder Gesundheitsdaten arbeitet, steht unter besonderer Beobachtung. Was sich jedoch verändert hat: Diese Anforderungen gelten längst nicht mehr nur für einzelne Branchen.
Auch im klassischen Mittelstand – überall dort, wo personenbezogene Daten verarbeitet werden – ist die EU-DSGVO heute ein zentrales Entscheidungskriterium. Nicht nur für Aufsichtsbehörden, sondern vor allem für Kunden, Partner und Auftraggeber.

NIS2 hat das Thema deutlich verschärft

Mit der NIS2-Richtlinie ist Informationssicherheit und Datenschutz noch einmal deutlich präsenter geworden. Unternehmen werden stärker in die Pflicht genommen, Risiken systematisch zu bewerten und Maßnahmen nachweisbar umzusetzen. Datenschutzvorfälle sind heute fast immer auch IT-Sicherheitsvorfälle. Und genau hier zeigt sich: Einzelmaßnahmen reichen nicht mehr aus.

ISO 27001: Das Fundament für die EU-DSGVO

Was früher oft als Zusatz gesehen wurde, entwickelt sich zunehmend zum entscheidenden Nachweis von Professionalität. Die ISO 27001 hat sich in den letzten Jahren von einem Nice-to-have zu einem „Goldenen Ticket“ entwickelt.

Es ist wichtig zu verstehen: Während die EU-DSGVO den rechtlichen Rahmen für den Schutz personenbezogener Daten vorgibt, liefert die ISO 27001 das technische und organisatorische Fundament dafür. Ohne ein strukturiertes Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) lässt sich die Compliance dauerhaft kaum gewährleisten.

Ein Unternehmen ohne ISO 27001 wird künftig häufiger vor genau diesen Fragen stehen:

  • Wie weist ihr eure Sicherheitsmaßnahmen nach?
  • Wie ist euer Informationssicherheits-Management organisiert?
  • Wie stellt ihr die Anforderungen der EU-DSGVO dauerhaft sicher?
Ohne ein ISMS fehlt vielen Unternehmen genau dieser Beweis. Vertrauen lässt sich dann nur schwer aufbauen – oder gar nicht.

Vertrauen braucht Struktur, nicht nur gute Absichten

Datenschutz und Informationssicherheit funktionieren nicht über Einzelregelungen oder lose Dokumente. Sie brauchen:
  • klare Verantwortlichkeiten
  • nachvollziehbare Prozesse
  • dokumentierte Risikobewertungen
  • wirksame technische und organisatorische Maßnahmen (TOM)
Genau hier liegt die Hürde für viele Kooperationen: Wer diese Punkte nicht strukturiert nachweisen kann, wird zunehmend zum Risiko in der Lieferkette seiner Kunden. Partner und Auftraggeber können es sich heute kaum noch leisten, Unternehmen ohne belastbare Sicherheitsstrukturen einzubinden, da dies unmittelbar auf ihre eigene Risikobewertung durchschlägt. Ohne klare Belege scheitert die Zusammenarbeit oft schon in der Einkaufsabteilung, noch bevor das eigentliche Projekt beginnt.
Hier setzt die ISO 27001 an. Sie schafft eine belastbare Struktur, auf der die EU-DSGVO erst dauerhaft und rechtssicher funktionieren kann.

Der Blick nach vorne: Die Anforderungen werden nicht weniger

Eines ist absehbar: Die Anforderungen werden nicht weniger, sondern konkreter, präziser und verbindlicher. Unternehmen, die künftig seriös auftreten wollen, kommen an einer strukturierten Herangehensweise nicht vorbei. Die ISO 27001 entwickelt sich damit immer stärker von einer freiwilligen Zertifizierung zu einem faktischen Pflichtbestandteil für vertrauenswürdige Zusammenarbeit.


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